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Bibelstunde (Das Wachstum der Jünger von Jesus)

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mit Lobgesang, Abendmahl, Predigt und Gebet

 

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jeden letzten Sonntag im Monat, wenn nicht anders vermerkt

 

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Keine leeren Worte

"Es ist nicht ein leeres Wort für euch, sondern es ist euer Leben;
und durch dieses Wort werdet ihr eure Tage verlängern ... "
(5. Buch Mose 32,47)

Es war keine politische Rede, die Mose vor seinem Volk hielt, auch kein Wahlversprechen, von dem man nicht weiß, ob es je eingehalten wird. Auf diese Worte konnte man sich verlassen. Heutzutage treten manche Politiker vor Kameras und Mikrofone, aber am Ende ihrer Rede ist man oftmals nicht viel schlauer als vorher. Auch wir reden oft unbedacht. Viele Worte, ob mündlich oder schriftlich, sind zu einer bedeutungslosen Hülse verkommen. Das beeinträchtigt auch unser Verständnis von Gottes Wort und stört unsere zwischenmenschlichen Beziehungen.

Für Juden, die Hebräisch sprachen, war ein Wort gleichzeitig Sache bzw. Ereignis. Kurzum: Was gesagt wird, muss auch geschehen. Ein Wort schafft Tatsachen, es kann nicht so ohne Weiteres zurückgenommen werden. Unter diesem Blickwinkel gesehen überlegt man sich eher, was man sagt. Im Psalm 141 heißt es buchstäblich: "Setze, HERR, eine Wache meinem Munde; behüte die Tür meiner Lippen! Neige nicht mein Herz zum bösen Wort, um in Gesetzlosigkeit Handlungen zu verüben mit Männern, die Frevel tun." Übrigens, das biblische Hebräisch kommt mit viel weniger Vokabeln aus als etwa Alt-Griechisch, die Sprache der Philosophen. Es braucht eben nicht viele Worte, um Gott zu gefallen. Im Gegenteil, denn "wo viel Worte sind , da geht 's ohne Sünde nicht ab" (Sprüche 10,19).

Wenn wir mit diesen Fakten im Hinterkopf einige altbekannte Bibelstellen lesen, so werden sie ganz neu und lebendig für uns. Gott sprach nur einige wenige Schöpfungsworte und dieses große Universum kam ins Dasein. Mose ermahnte Israel mit Worten und es folgten Segen und Fluch. Zuletzt hat uns Gott in Jesus bewiesen, dass sein Wort nicht leer ist:

"Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit,
eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."
(Johannes 1,14)

Und der Sohn war nicht nur ein theoretischer Lehrer. Lukas schrieb in seinem ersten Bericht " ... von allem, was Jesus anfing, sowohl zu tun als auch zu lehren" (Apostelgeschichte 1,1)

Im Nachhinein wird dadurch ganz klar, warum Jesus immer wieder die Einheit aus Reden und Handeln, Worten und Taten so stark betont hat. Seine Geschichte vom Hausbau auf Felsengrund war eine Veranschaulichung zu der Frage: "Was nennt ihr mich aber: Herr, Herr ! - und tut nicht, was ich sage?" (Lukas 6,46) Ein Bekenntnis zu Jesus ohne den Gehorsam des Glaubens ist wie ein Haus, dem die feste Grundlage fehlt. Als Paulus im Brief an die Gemeinde in Rom kurz auf das Thema 'Bekenntnis' zu sprechen kam, setzte er offenbar voraus, dass seine Leser mit diesem Zusammenhang vertraut waren. Denn er zitiert im 10. Kapitel, Vers 8 eine Stelle aus dem Alten Testament nur teilweise, nämlich: " ... Das Wort ist dir nahe, in deinem Munde und in deinem Herzen ..." und seine Leser wussten, wie es weiterging: " ... um es zu tun" (5. Mose 30,14) In diesem Zusammenhang müssen auch die folgenden bekannten Worte verstanden werden:

"... das ist das Wort des Glaubens, welches wir predigen,
dass, wenn du mit deinem Munde Jesus als Herrn bekennen und in deinem Herzen glauben wirst,
dass Gott ihn aus den Toten auferweckt hat, du errettet werden wirst.
Denn mit dem Herzen wird geglaubt zur Gerechtigkeit,
und mit dem Munde wird bekannt zum Heil."
(Römer 10,8-10)

Wir, die heutigen Leser, dürfen nicht den voreiligen Schluss ziehen, dass ein Lippenbekenntnis zu Jesus allein rettet. Es geht nicht um einen einmaligen Akt - das ganze christliche Leben ist ein fortwährendes Bekenntnis zu dem auferstandenen Sohn Gottes. Paulus erwähnt hier auch weder Umkehr noch Taufe, noch Heiligung, doch diese Heilsbedingungen sind an anderer Stelle klar vermerkt und wir dürfen sie nicht ausklammern. Ansonsten wird unser Jawort zu Gott leer sein, ja es wird ihm an Substanz, an Leben fehlen.

Zwischenmenschliche Beziehungen sind ebenfalls vom Gebrauch des Wortes bestimmt. So wie Gottes eigenes Wort wirksam und scharf ist (Hebräer 4,12), steckt auch in unseren Äußerungen viel Potenzial zum Guten, aber auch zum Bösen: "Da ist einer, der unbesonnene Worte redet gleich Schwertstichen; aber die Zunge der Weisen ist Heilung" (Sprüche 12,18). Sind wir uns bewusst, dass unsere Worte am Anderen nicht einfach abprallen? Tatsache ist, sie hinterlassen tiefe Spuren und prägen sich ein auf Zeit und Ewigkeit. Als der leidende Hiob Trost und Zuspruch nötig hatte, bombardierten ihn seine Freunde mit ihren traditionsgebundenen Lehrmeinungen. Sie verstanden nicht, warum ihre Mühen so wenig fruchteten. Daraufhin erwiderte der Geplagte: "Wird Fades, Salzloses gegessen? Oder ist Geschmack im Eiweiß?" (Hiob 6,6) Jene Worte waren einfach ungenießbar. Sie waren nicht, wie Paulus es ausdrückte, "in Gnade, mit Salz gewürzt" (Kolosser 4,6) Zum richtigen Würzen gehört Fingerspitzengefühl. Es hilft bereits, wenn man genau zuhört, die Situation des Gesprächspartners versucht zu verstehen, sich vielleicht in Gedanken seine oder ihre mögliche Reaktion vorstellt und erst danach redet.

Von den richtigen Worten hängt das Leben ab. Das wusste bereits Mose. An erster Stelle stehen hier natürlich die inspirierten Worte Gottes, die nicht leer sind, sondern Fülle in sich tragen. Aber bedenken wir, dass auch unsere Worte gewissermaßen bis in alle Ewigkeit nachhallen werden. Wir werden einmal dafür Rechenschaft geben müssen. Jesus sagt: " ... aus deinen Worten wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Worten wirst du verdammt werden." (Matthäus 12,37)