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Du sollst nicht mehr einsam sein

Das Phänomen Einsamkeit ist alles andere als selten. Es ereilt uns, obwohl wir mehr Menschen auf diesem Planeten sind, als jemals zuvor. Wir sind mitunter einsam, obwohl wir bessere und schnellere Kommunikationsmittel besitzen. Wenige Maus­klicks genügen und wir können uns mit Menschen unterhalten, die Tausende von Kilometern entfernt wohnen. Nur eine Tagesreise bringt uns bis zum anderen Ende der Welt.

Wir haben mehr Mittel zur gegenseitigen Kontaktaufnahme und dennoch trifft zu, was der ameri­ka­ni­sche Schriftsteller Thomas Wolfe schrieb: "Einsamkeit, alles andere als ein seltenes und sonderbares Phänomen, von dem nur ich und ein paar andere einzelne Menschen betroffen sind, ist die zentrale und un­vermeidbare Tatsache des mensch­­lichen Daseins."

Glaubt man gewissen Statistiken, so nimmt jeder fünfte Mensch in unserer westlichen Gesellschaft sein Abendessen allein ein. Lassen Sie Ihren Blick mal durchs Fenster auf die Nachbarwohnungen schweifen. Jeder fünfte - das sind in meiner Straße schon recht viele. Kennen Sie Ihren Nachbarn zwei Etagen über Ihnen? Die ältere Dame drei Häuser weiter? Als ich vor ein paar Jahren umzog, dauerte es Monate, bis ich mit einer anderen Familie im Haus richtig ins Gespräch kam. Selbst auf engstem Raum leben wir isoliert, jeder auf seiner Insel.

Gott hat uns Menschen als Wesen geschaffen, die Gemeinschaft brauchen. „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei“, lesen wir bereits in 1. Mose, Kapitel 2. Doch seitdem Sünde in die Welt kam, wurde nicht nur die Beziehung zu Gott gestört, auch unser menschliches Miteinander leidet darunter. Das war der Fall bei jener Frau, die Jesus in der Hitze der Mittagszeit an einem Brunnen antraf. Sie hatte Gründe, zu dieser ungewöhnlichen Zeit dort zu sein (Johannes 4,6;16-18). Andere tun sich aus verschiedenen Gründen schwer damit Beziehungen zu knüpfen. Von Berufs wegen war Zachäus, der Steuereinnehmer, bei kaum jemandem wirklich beliebt. Von einem Baum aus versuchte er jenseits der Menge einen Blick auf Jesus zu werfen. Dass sich sein Leben an diesem Tag ändern würde, wusste er nicht (Lukas 19,1-10). Selbst Menschen des Glaubens sind mitunter von Ein­sam­keit betroffen. Der Prophet Elia klagte darüber, dass er allein vom wahren Volk Gottes übriggeblieben sei (1. Könige 19,14). Nicht wenige Psalmen sind in der Ein­sam­keit niedergeschrieben wor­den.

"Wende dich zu mir und sei mir gnädig, denn einsam und elend bin ich." (Psalm 25,16)

"Ich wache, und bin wie ein einsamer Vogel auf dem Dache." (Psalm 102,7)

Jesus zitierte in der Stunde seines Todesleidens die bekannten Worte aus Psalm 22: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Und doch war Gott nicht abwesend. In einem anderem Psalm­wort heißt es: „mein Vater und meine Mutter verlassen mich; aber der HERR nimmt mich auf“ (Psalm 27,10).

Bei Jesus ist die Antwort auf die Einsamkeit zu finden. Er weiß, wie sie sich anfühlt. Durch ihn lernen wir, dass Gott die Einsamen nicht egal sind - er will ihnen nahe sein.
 
"Er ist ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen, Gott, der in seinem Heiligtum wohnt;
ein Gott, der Vereinsamten ein Heim gibt, Gefangene in Sicherheit bringt ... " (Psalm 68,6-7).

Im Übrigen sind diese Menschen nicht einsam, weil es keine anderen Menschen um sie herum gibt, sondern weil sie niemanden haben, der sich um sie kümmert. Sie leiden, gerade weil sie in der großen Masse untergehen und übersehen werden. Gerade weil sie Gott wichtig sind, dürfen wir sie nicht übersehen. Als die Gemeinde zu Pfingsten entstand, war das gar keine Frage.

"Alle Gläubigen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam." (Apostelgeschichte 2,44)

Hier war eine Gruppe, die sich bemühte, für alle da zu sein. Und wenn es vorkam, dass jemand übersehen wurde, suchten sie schnell nach Abhilfe (Apostelgeschichte 6,1-3). Wie ist es, wenn Sie sonntags zum Gottesdienst gehen? Haben Sie auch eine Beziehung mit den Menschen dort oder lebt jeder mehr oder weniger sein Leben für sich?

Einsamkeit in der Gemeinde von heute, wie kann das sein? Manche Gemeinde ist vom Typ her gar nicht mehr auf Gemeinschaft angelegt. Wenige sind zur Mitarbeit berufen, während die Mehrheit als Zuschauer fungiert.

Aber auch in Gemeinden, die sich am biblischen Modell der Gemeinschaft orientieren, fühlen sich man­che alleingelassen. Es liegt daran, dass Christen selbst nach ihrer Bekehrung Lernende bleiben. Wer eine Beziehung zu Gott gefunden hat, muss trotzdem lebenslang an seiner Beziehung mit den Geschwistern ar­bei­ten.

Für den Einsamen heißt das sich bemerkbar zu machen und seine Bedürfnisse konkret anzusprechen. Die Gemein­de muss sich aber auch im klaren sein, dass jene Menschen nur selten von selbst kommen werden. In der Einsamkeit entwickeln viele nämlich ein falsches Bild von sich selbst: „Niemand mag mich“. Es hilft ihnen nur wenig, wenn man ihnen sagt: „Du kannst mich jederzeit anrufen oder zu mir kommen“. Der Einsame fühlt sich erst dann angenommen, wenn er oder sie das Erlebnis herzlicher Gemeinschaft praktisch erfahren kann.

Bei all dem erfüllt unsere Einsamkeit einen wichtigen Zweck. Sie macht bewusst, dass etwas im Leben fehlt und Handlungsbedarf besteht. Der verlorene Sohn kehrte erst dann nach Hause zurück, als er in der Fremde ohne Freunde und Familie wieder zu Sinnen kam (Lukas 15,11-24). Aus einer trostlosen Situation heraus werden viele zum ersten Mal fragend und beginnen nach dem Sinn ihres Lebens zu suchen. Selbst da, wo eine Ortsgemeinde sich entschließen muss, jemanden aus ihrer Mitte aus­zu­schlie­ßen, ge­schieht das, wie Paulus sagt „... damit der Geist gerettet werde am Tag des Herrn Jesus“ (1. Korinther 5,5).

Ich möchte Sie ermuntern, den ersten Schritt zu tun. Suchen Sie Christen in ihrer Nähe auf, wenn Sie einsam sind bzw. gehen Sie auf jemanden zu, der am Rand steht.

"Lasst uns aufeinander achten und uns gegenseitig zur Liebe und zu guten Taten anspornen." (Hebräer 10,24)

Wahre christliche Gemeinschaft gibt es auch heute noch, selbst jenseits kirchlicher Feiertage und Sonderveranstaltungen. Sie sind eingeladen, auch einmal bei uns vorbei zu schauen.