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Welch ein Freund ist unser Jesus

„Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut;
euch aber habe ich Freunde genannt, weil ich alles,
was ich von meinem Vater gehört habe, euch kundgetan habe.“
(Johannes 15,15)
 
Solche Worte von Jesus klingen gut und ermutigend. Es sind Worte, an denen man sich in schweren Zeiten festhalten kann. Der Ire Joseph M. Scriven verfasste im 19. Jahrhundert ein Gedicht zu diesem Thema, welches später als christliches Lied vertont und weithin bekannt wurde. Er schrieb jene Worte, nachdem er zweimal auf tragische Weise den Tod eines lieben Menschen verkraften musste. Zweimal stand er in seinem Leben kurz davor zu heiraten, doch die Geliebte starb jeweils kurz vor der Eheschließung. Wer das Lied kennt, weiß, dass Jesus darin als Zufluchtsort im Gebet beschrieben wird, als ein Freund, der dabeisteht und hilft, wenn seine Freunde in Not sind.

Fragen wir Menschen heute, was Jesus für sie als Freund bedeutet, kann man zunehmend beobachten, dass ein bestimmter Aspekt aus den Bibelberichten besonders stark betont wird: der Umgang von Jesus mit Randgruppen der damaligen Gesellschaft. Dazu zählten in jenen Tagen etwa die Steuereinnehmer und Prostituierten. Das Bild von Jesus als dem „Freund der Zöllner und Sünder“ dient vielen als Argument, ihr Leben nicht ändern zu müssen. Es heißt dann: „Jesus war für alle da und hat niemanden ausgegrenzt.“ Solche und ähnliche Meinungen halten sich hartnäckig, wahrscheinlich auch deshalb, weil sie eine Portion an Wahrheit beinhalten. Warum aber sollten wir uns mit halben Wahrheiten begnügen, wenn uns halbe Freundschaften genauso wenig zusagen? Werfen wir daher einen zweiten Blick auf das Verhältnis, welches Jesus mit Menschen pflegte, die das wahre Lebensziel verfehlt hatten.

Zunächst stimmt es: Jesus wird in der Bibel als Freund der Zöllner und Sünder bezeichnet. Aber von wem stammte diese Bezeichnung und in welchem Zusammenhang wurde sie ausgesprochen? Jesus kannte seine Zeitgenossen nur zu gut:

Wem soll ich nun die Menschen dieses Geschlechts vergleichen? Und wem sind sie gleich?
Sie sind Kindern gleich, die am Markt sitzen und einander zurufen und sprechen:
Wir haben euch aufgespielt, und ihr habt nicht getanzt;
wir haben euch Klagelieder gesungen, und ihr habt nicht geweint!
Denn Johannes der Täufer ist gekommen, der aß kein Brot und trank keinen Wein;
da sagt ihr: Er hat einen Dämon!
Des Menschen Sohn ist gekommen, der isst und trinkt; da sagt ihr:
Siehe, wie ist der Mensch ein Fresser und Weinsäufer, der Zöllner und Sünder Freund!
(Lukas 7,31-34)

Es waren nie Jesus noch seine Nachfolger, sondern seine Kritiker, die so oder ähnlich redeten. Es waren dieselben, welche zuvor schon Johannes den Täufer für besessen hielten und Jesus als Trunkenbold bezeichneten. Kurzum: Jene Menschen hatten nicht verstanden, was Jesus bezweckte, wenn er mit bestimmten Menschen Umgang pflegte. Sie waren regelrecht enttäuscht, weil er nicht so handelte, wie sie es erwarteten. Lassen wir ihn daher selbst Stellung nehmen und Missverständnisse ausräumen:

"Und als er [Jesus] vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zollhaus sitzen,
und er spricht zu ihm: Folge mir nach; und er stand auf und folgte ihm nach.
Und es geschah, als er in seinem Hause zu Tische lag,
dass viele Zöllner und Sünder zu Tische lagen mit Jesu und seinen Jüngern;
denn es waren ihrer viele, und sie folgten ihm nach.
Und als die Schriftgelehrten und die Pharisäer ihn mit den Sündern und Zöllnern essen sahen,
sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isst und trinkt er mit den Zöllnern und Sündern?
Und als Jesus es hörte, spricht er zu ihnen:
Die Starken bedürfen nicht eines Arztes, sondern die Kranken.
Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder."
(Markus 2,14-17)

Erinnern Sie sich an Ihren letzten Arztbesuch? Warum hat sich ein (hoffentlich) erfahrener Mediziner für Sie Zeit genommen? Weil es aus seiner Sicht völlig in Ordnung ist, dass Menschen ihre Gesundheit auf verschiedenste Weise schädigen? Weil er gern Medizin verschreibt, die der Patient gar nicht einnehmen will? Nein, für solche Fälle würde ein Arzt ungern Zeit opfern. Er ist für Menschen da, weil sie krank sind – jedoch nur für solche, die auch gesund werden wollen (vgl. Johannes 5,6). Die Gesunden brauchen ihn nicht, ebenso wie all jene, die sich für gesund halten, obwohl sie in Wahrheit langsam zugrunde gehen.

Wir missverstehen Jesus aufs Allergröbste, wenn wir seinen Umgang mit verlorenen Menschen so deuten, als hätte er ihren Lebensstil für gut geheißen und einfach mit ihnen Freundschaft geschlossen. Er ging nicht zu Zöllnern und anderen Sündern, um sie auf ihrem Weg zu segnen und zu ermutigen. Er ging zu ihnen, weil sie bereit waren, eine neue Seite in ihrem Leben aufzuschlagen. Sie folgten ihm ohne große Vorbehalte nach – ganz anders als viele Pharisäer und Schriftgelehrte. Letztere hätten eine Um­kehr auch dringend nötig gehabt, hielten sich aber eben nicht für behandlungsbedürftig. Zu welcher Grup­pe gehören wir? Was ist unsere Reaktion, wenn uns das Wort Gottes ins Herz trifft?

Handeln wir, wie einer der Zöllner es tat?

"Herr, die Hälfte meines Vermögens werde ich den Armen geben
und wenn ich von jemand etwas erpresst habe,
werde ich es ihm vierfach zurückerstatten."
Da sagte Jesus zu ihm: "Heute hat dieses Haus Rettung erfahren."
(Lukas 19,8-9 NEÜ)

Sind wir ehrlich wie jene Frau, die schon viele lose Bindungen eingegangen war?

"Geh und hole deinen Mann hierher!", sagte Jesus.
"Ich habe keinen Mann", entgegnete die Frau.
"Das ist richtig", erwiderte Jesus. "Du hast keinen Mann. Fünf Männer hast du gehabt
und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann.
Da hast du etwas Wahres gesagt."
"Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist",
sagte die Frau darauf. (Johannes 4,16-19 NEÜ)

Tun wir das, was Jesus einer Ehebrecherin auftrug, nachdem er ihr vergeben hatte?
 
"Frau, wo sind sie hin? Hat keiner dich verurteilt?"
"Keiner, Herr", erwiderte sie. Da sagte Jesus:
"Ich verurteile dich auch nicht. Du kannst gehen.
Doch hör auf zu sündigen." (Johannes 8,10-11 NEÜ)
 
Ja, es stimmt: Jesus scheute die Begegnung mit niemandem. Aber wo immer er hinkam, wies er Menschen auf Gottes Willen hin.
 
Ja, es stimmt: Er nimmt Menschen so an, wie sie sind. Aber er lässt sie nicht bleiben, wie sie sind!
 
Und ja, es stimmt: Er will unser Freund sein. Doch diese Freundschaft kann nur dann funktionieren, wenn wir seine Vorstellung von wahrer Freundschaft begreifen. Lesen wir nun die ganz zu Anfang erwähnte Stelle in ihrem Zu­sam­men­hang:

"Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was irgend ich euch gebiete. Ich nenne euch nicht mehr Knechte,
denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut; aber ich habe euch Freunde genannt,
weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört, euch kundgetan habe.
Ihr habt nicht mich auserwählt, sondern ich habe euch auserwählt und euch gesetzt,
auf dass ihr hingeht und Frucht bringt, und eure Frucht bleibe,
auf dass, was irgend ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen,
er euch gebe." (Johannes 15,14-16)

Was wird aus Menschen, die sich auf dieses Freundschaftsangebot wirk­lich einlassen? Können und wol­­len sie einfach so weiterleben: als solche die über den Glauben lästern und Gottes Maßstäbe mit Füßen treten? Nein, vielmehr gilt:

... das sind manche von euch gewesen. Aber durch den Namen des Herrn Jesus Christus
und durch den Geist unseres Gottes seid ihr reingewaschen, seid ihr geheiligt,
seid ihr gerecht gesprochen worden. (1. Korinther 6,9-11 NEÜ)

Diese neue Haltung wird uns nicht viele Freunde in dieser Welt einbringen. Wir werden uns mitunter isoliert fühlen. Vielleicht fallen uns aber gerade in solchen Situationen wieder die letzten Zeilen des altbekannten, trostreichen Liedes ein:

„Sind von Freunden wir verlassen
und wir gehen ins Gebet,
o, so ist uns Jesus alles:
König, Priester und Prophet!“

Bleiben Sie im Glauben an Jesus behütet!